Hypergeometrische Verteilung

Die hypergeometrische Verteilung beschreibt Zufallsexperimente, bei denen du ohne Zurücklegen ziehst und nur zählst, wie viele „Treffer“ dabei sind – zum Beispiel wie viele schwarze Kugeln, defekte Teile oder richtige Lottozahlen. Der Unterschied zur Binomialverteilung: Beim Ziehen ohne Zurücklegen ändert sich die Wahrscheinlichkeit von Zug zu Zug , weil die Urne immer leerer wird. Deshalb kannst du hier nicht mit einem festen p rechnen. Typische Anwendungen sind Lotto , Qualitätskontrolle (Stichprobe aus einer Lieferung) und Kartenspiele. Stell oben auf „mit Zurücklegen“ um: Welche Brüche im Baum ändern sich – und warum? In einer Urne liegen N Kugeln, davon sind M „Treffer“ (z. B. schwarz). Du ziehst n Kugeln ohne Zurücklegen . Die Zufallsvariable X zählt die Treffer unter den gezogenen Kugeln. Dann gilt: P(X = k) = frac{ dbinom{M}{k} cdot dbinom{N - M}{n - k}}{ dbinom{N}{n}} Was bedeuten die Teile? - dbinom{M}{k} – Anzahl der Möglichkeiten, k Treffer aus den M Trefferkugeln auszuwählen - dbinom{N-M}{n-k} – Anzahl der Möglichkeiten, die restlichen n - k Kugeln aus den Nieten auszuwählen - dbinom{N}{n} – Anzahl aller Möglichkeiten, n Kugeln aus N zu ziehen Es ist also „günstige durch mögliche Fälle“ wie beim Laplace-Experiment. Man schreibt dafür auch kurz H {N;M;n}(k) . Erwartungswert und Varianz: E(X) = n cdot frac{M}{N} V(X) = n cdot frac{M}{N} cdot left(1 - frac{M}{N} right) cdot frac{N - n}{N - 1} Der letzte Faktor frac{N-n}{N-1} ist der Unterschied zur Binomialverteilun

Worum geht's?

Die hypergeometrische Verteilung beschreibt Zufallsexperimente, bei denen du ohne Zurücklegen ziehst und nur zählst, wie viele „Treffer“ dabei sind – zum Beispiel wie viele schwarze Kugeln, defekte Teile oder richtige Lottozahlen. Der Unterschied zur Binomialverteilung: Beim Ziehen ohne Zurücklegen ändert sich die Wahrscheinlichkeit von Zug zu Zug , weil die Urne immer leerer wird. Deshalb kannst du hier nicht mit einem festen p p p rechnen. Typische Anwendungen sind Lotto , Qualitätskontrolle (Stichprobe aus einer Lieferung) und Kartenspiele.
Zwei Kugeln ohne Zurücklegen
rot3
blau2
Züge2
3/52/51/21/23/41/43/103/103/101/10
Tippe einen Pfad an oder ziehe Kugeln – die Wahrscheinlichkeiten werden entlang des Pfades multipliziert.
Stell oben auf „mit Zurücklegen“ um: Welche Brüche im Baum ändern sich – und warum?

Formel mit Erklärung

In einer Urne liegen N N N Kugeln, davon sind M M M „Treffer“ (z. B. schwarz). Du ziehst n n n Kugeln ohne Zurücklegen . Die Zufallsvariable X X X zählt die Treffer unter den gezogenen Kugeln. Dann gilt: P ( X = k ) = ( M k ) ⋅ ( N − M n − k ) ( N n ) P(X = k) = \frac{\dbinom{M}{k} \cdot \dbinom{N - M}{n - k}}{\dbinom{N}{n}} P ( X = k ) = ( n N ​ ) ( k M ​ ) ⋅ ( n − k N − M ​ ) ​ Was bedeuten die Teile? ( M k ) \dbinom{M}{k} ( k M ​ ) – Anzahl der Möglichkeiten, k k k Treffer aus den M M M Trefferkugeln auszuwählen ( N − M n − k ) \dbinom{N-M}{n-k} ( n − k N − M ​ ) – Anzahl der Möglichkeiten, die restlichen n − k n - k n − k Kugeln aus den Nieten auszuwählen ( N n ) \dbinom{N}{n} ( n N ​ ) – Anzahl aller Möglichkeiten, n n n Kugeln aus N N N zu ziehen Es ist also „günstige durch mögliche Fälle“ wie beim Laplace-Experiment. Man schreibt dafür auch kurz H N ; M ; n ( k ) H_{N;M;n}(k) H N ; M ; n ​ ( k ) . Erwartungswert und Varianz: E ( X ) = n ⋅ M N E(X) = n \cdot \frac{M}{N} E ( X ) = n ⋅ N M ​ V ( X ) = n ⋅ M N ⋅ ( 1 − M N ) ⋅ N − n N − 1 V(X) = n \cdot \frac{M}{N} \cdot \left(1 - \frac{M}{N}\right) \cdot \frac{N - n}{N - 1} V ( X ) = n ⋅ N M ​ ⋅ ( 1 − N M ​ ) ⋅ N − 1 N − n ​ Der letzte Faktor N − n N − 1 \frac{N-n}{N-1} N − 1 N − n ​ ist der Unterschied zur Binomialverteilung: Er macht die Varianz etwas kleiner, weil sich die Urne beim Ziehen leert. Merke: Oben stehen die beiden Teilgruppen (Treffer und Nieten), unten die ganze Urne. Die oberen Zahlen ergeben zusammen die unteren: M + ( N − M ) = N M + (N - M) = N M + ( N − M ) = N und k + ( n − k ) = n k + (n - k) = n k + ( n − k ) = n .

Beispiele

Leicht#1
Beispiel 1: Kleine Urne In einer Urne liegen 3 rote und 2 blaue Kugeln. Du ziehst 2 Kugeln ohne Zurücklegen. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für genau eine rote Kugel? Hier ist N = 5 N = 5 N = 5 , M = 3 M = 3 M = 3 (rot), n = 2 n = 2 n = 2 , k = 1 k = 1 k = 1 : P ( X = 1 ) = ( 3 1 ) ⋅ ( 2 1 ) ( 5 2 ) = 3 ⋅ 2 10 = 6 10 = 0,6 P(X = 1) = \frac{\binom{3}{1} \cdot \binom{2}{1}}{\binom{5}{2}} = \frac{3 \cdot 2}{10} = \frac{6}{10} = 0{,}6 P ( X = 1 ) = ( 2 5 ​ ) ( 1 3 ​ ) ⋅ ( 1 2 ​ ) ​ = 10 3 ⋅ 2 ​ = 10 6 ​ = 0 , 6 Kontrolle mit dem Baumdiagramm (siehe Urne oben): Die Pfade „rot–blau“ und „blau–rot“ ergeben 3 5 ⋅ 2 4 + 2 5 ⋅ 3 4 = 6 20 + 6 20 = 12 20 = 0,6   ✓ \frac{3}{5} \cdot \frac{2}{4} + \frac{2}{5} \cdot \frac{3}{4} = \frac{6}{20} + \frac{6}{20} = \frac{12}{20} = 0{,}6 \ \checkmark 5 3 ​ ⋅ 4 2 ​ + 5 2 ​ ⋅ 4 3 ​ = 20 6 ​ + 20 6 ​ = 20 12 ​ = 0 , 6   ✓

Zusammenfassung

Die hypergeometrische Verteilung gilt beim Ziehen ohne Zurücklegen , wenn du die Treffer zählst. Formel: P ( X = k ) = ( M k ) ⋅ ( N − M n − k ) ( N n ) P(X = k) = \dfrac{\binom{M}{k} \cdot \binom{N-M}{n-k}}{\binom{N}{n}} P ( X = k ) = ( n N ​ ) ( k M ​ ) ⋅ ( n − k N − M ​ ) ​ mit N N N Kugeln insgesamt, M M M Treffern, n n n Zügen und k k k gezogenen Treffern. Die Idee ist „günstige durch mögliche Fälle“: Treffer auswählen mal Nieten auswählen, geteilt durch alle Auswahlen. Erwartungswert: E ( X ) = n ⋅ M N E(X) = n \cdot \frac{M}{N} E ( X ) = n ⋅ N M ​ ; die Varianz hat gegenüber der Binomialverteilung den Zusatzfaktor N − n N − 1 \frac{N-n}{N-1} N − 1 N − n ​ . Nicht mit der Binomialverteilung verwechseln – die setzt Ziehen mit Zurücklegen (festes p p p ) voraus.

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